Zwischenbilanz der Regierungskoalition
Mittwoch, den 26. März 2008Die deutsche Wirtschaft floriere derzeit, so der Direktor des IW (Institut der deutschen Wirtschaft Köln), Prof. Michael Hüther. Besonders bei der Rente mit 67, beim Bürokratieabbau, bei der Föderalismusreform und bei der Unternehmenssteuerreform hätte die Große Koalition mutige Maßnahmen getroffen. Dennoch bezweifelte er bei der Vorstellung des 8. „Merkelmeters“ – einer vom IW Köln erstellten Analyse für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und die WirtschaftsWoche – den Beitrag der Großen Koalition an der gegenwärtigen Konjunktur. Sie konnte auf die arbeitsmarktpolitischen Vorarbeiten ihrer rot-grünen Amtsvorgänger bauen und sei dabei in deren Fußstapfen getreten. Die Große Koalition könne die Aufwärtstendenz nicht für sich alleine beanspruchen – auch die Unternehmen hätten massiv dazu beigetragen: „Schmerzhafte Umstrukturierungen haben die Unternehmen wettbewerbsfähiger gemacht.“
Kritisiert wird vom Merkelmeter auch der Etat für das Jahr 2008. INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer rechnet vor allem den Plan der Bundesregierung dazu, 5 Milliarden Euro aus dem Topf der Arbeitslosenversicherung abzuzweigen, um die Ausgaben für eine Eingliederung von ALG II-Empfänger mitzudecken. Weiters bemängelt das Merkelmeter, dass die Regierung trotz hoher Steuereinnahmen den Haushalt nicht entsprechend konsolidiert und mittelfristig den Investitionsanteil von derzeit 8,6 auf 8,2 % senken will. Besondere Gefahren für Wachstum und Beschäftigung stellten laut Prof. Hüther auch die geplanten Mindestlöhne in Deutschland und eine wenig zukunftsträchtige „Reform“ der Pflegeversicherung dar. Ab sofort finden Sie alle Informationen zum achten Merkelmeter auf www.insm-merkelmeter.de. Projektleiter Carsten Seim: „Auf dem neu gestalteten Portal kann die Analyse des IW Köln jetzt über Schlagworte und chronologisch geordnete Einzelgesetze durchgesehen werden.“ Einen ausführlichen Bericht zum Merkelmeter finden Sie in der neuen WirtschaftsWoche. Die INSM (www.insm.de) ist eine parteiunabhängige Reformbewegung von Verbänden und Unternehmen für mehr Wettbewerb und Arbeitsplätze.