Auf das Land oder doch in die Großstadt?
Juristen gibt es wie Sand am Meer. Obwohl die Ausbildung jahrelang dauert und das Studium so schwer ist, dass viele Studenten vorzeitig abbrechen, gibt es noch immer mehr Absolventen als Stellen für Rechtsanwälte, Richter oder Staatsanwälte. Die Folge ist klar: Ein Teil der Nachwuchsjuristen macht sich selbstständig. Für einige ist es die Erfüllung eines Traums, für andere ein unvermeidbares Übel. Doch egal, ob Lebensziel oder Notlösung: An erster Stelle nach der Entscheidung für die Selbstständigkeit steht für alle die Frage, wo sie sich am besten niederlassen können. Dabei haben sie zwei Möglichkeiten. Entweder sie gehen in eine Großstadt, oder sie versuchen ihr Glück in einer ländlichen Gegend. Beides hat Vor- und Nachteile.
In einer großen Stadt ist die Konkurrenz riesig. Wer sich zum Beispiel als Rechtsanwalt in Frankfurt durchsetzen will, muss nicht nur viel können, sondern braucht auch viel Geduld und jede Menge Glück. Schließlich ist er nur einer unter vielen. Das Wichtigste ist für ihn zunächst, bekannt zu werden und sich so einen Kundenstamm aufzubauen. Hat er das geschafft, kann er die Vorteile der Großstadt ausnutzen. Zum einen hat ein Anwalt in Frankfurt deutlich mehr potentielle Klienten, zum anderen ist das Themenspektrum weit gefächert. Während er sich in ländlichen Regionen wahrscheinlich auf Nachbarschaftsstreits und Scheidungen beschränken müsste, kann er hier eventuell auch dabei helfen, Verbrechen aufzuklären. Auf dem Land ist das Arbeiten zwar deutlich ruhiger, dafür ist die Konkurrenz viel kleiner. In einigen Gegenden werden sogar Anwälte gebraucht. Leistet man hier gute Arbeit, spricht sich das schnell herum, sodass man sich schneller eine gesicherte Existenz aufbauen kann.